{"id":5946,"date":"2019-02-23T07:54:31","date_gmt":"2019-02-23T05:54:31","guid":{"rendered":"http:\/\/test.sykalibu.de\/?p=5946"},"modified":"2019-05-06T16:44:43","modified_gmt":"2019-05-06T14:44:43","slug":"871-meilen-durch-den-golf-von-aden-und-das-tor-der-traenen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/test.sykalibu.de\/?p=5946","title":{"rendered":"871 Meilen durch den Golf von Aden und das Tor der Tr\u00e4nen"},"content":{"rendered":"<p><strong>21.02.2019 \/\/\/\/ Wenn das Adrenalin hoch geht und man danach quasi mit D\u00fcsenantrieb durch das \u201eTor der Tr\u00e4nen\u201c gesp\u00fclt wird.<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem \u201eGolf der Schmerzen\u201c (Golfo de Penas, Chile) nun das \u201eTor der Tr\u00e4nen\u201c (Bab al-Mandab). F\u00fcr beide gilt, der Name ist Programm.<br \/>\nDer Golfo de Penas ist nach Westen offen f\u00fcr die St\u00fcrme des S\u00fcdpazifiks und hat sicher vielen Seefahrern, Fischern und deren Familien Schmerzen bereitet. Bab al-Mandab, die nur 15 Meilen breite Meerenge, die Afrika von Asien trennt und den \u00dcbergang vom Golf von Aden in das Rote Meer bildet, verdankt den Namen sicher mehr als einem Grund. Wom\u00f6glich war dort die Piratenaktivit\u00e4t schon immer hoch, da die stark befahrene Schifffahrtsroute von und nach Asien hierdurch f\u00fchrt und wertvolle Fracht in Massen zu ergattern war und ist. Hinzu kommt die geografische Lage im S\u00fcden des Roten Meeres, das rund 1.000 Meilen lang, von W\u00fcsten und Gebirgen umgeben und kaum S\u00fcsswasserzufl\u00fcsse aufweist. Aufgrund des Venturieffektes fegt der Wind gerne in Sturmst\u00e4rke Richtung Norden durch diese Meerenge, die zu allem \u00dcberfluss noch mit kleinen Inselchen und Riffen gespickt ist. Zum Gl\u00fcck steht der Wind im Winter selten gegen die Str\u00f6mung, die ebenfalls meist nach Nord setzt. Schwach motorisierte Schiffe, wie es Segelschiffe in der Regel sind, hatten und haben wenig Freunde, wenn sie zu dieser Jahreszeit von Nord nach S\u00fcd wollen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_20190226_1747161-Kopie-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-5935\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_20190226_1747161-Kopie-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"628\" height=\"353\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_20190226_1747161-Kopie-1-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_20190226_1747161-Kopie-1-300x169.jpg 300w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_20190226_1747161-Kopie-1-768x432.jpg 768w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_20190226_1747161-Kopie-1.jpg 1559w\" sizes=\"(max-width: 628px) 100vw, 628px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff0000;\">Am Horizont sieht man die Handelschiffe wie Perlen auf einer Kette vorbeiziehen<\/span><\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8880-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-5941\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8880-Kopie-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"628\" height=\"838\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8880-Kopie-768x1024.jpg 768w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8880-Kopie-225x300.jpg 225w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8880-Kopie.jpg 1169w\" sizes=\"(max-width: 628px) 100vw, 628px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Kalibu und Ladoga inmitten des IRTC<\/em> <\/span><\/p>\n<p>Wir wollen nach Nord und das so schnell wie m\u00f6glich. Die Karten sind halbwegs korrekt und alle Handelsschiffe haben AIS (Automated Identification System). Alles gut. Nur m\u00fcssen wir vorher noch die rund 650 Meilen durch den Golf von Aden schaffen. Hier erwarten uns leichte Winde und viele Flauten. Niemand will da unn\u00f6tig lange rum d\u00fcmpeln. Das Gebiet um das Horn von Afrika gilt aufgrund der Bedrohung durch Piraten als eines der gef\u00e4hrlichsten Gew\u00e4sser der Welt. Die Berufsschifffahrt f\u00e4hrt gerne in Konvois, die meisten haben eine bewaffnete Sicherheitstruppe an Bord, man nutzt den von dem Maritime Security Center \u00fcberwachten IRTC (Internationally Recognized Transit Corridor), Sportboote sollen sich im 2-Meilen\u00a0 breiten Streifen zwischen diesen Verkehrstrennungsgebieten bewegen. <em>(( F\u00fcr den Schutz der Schifffahrtsroute IRTC wurde 2010 eine multinationale Operation ins Leben gerufen, an der Deutschland mit der Operation Atlanta in der Vergangenheit beteiligt war. Meines Wissens nach wurde deren Einsatz am Horn von Afrika eingestellt, weil die Wirksamkeit und die rechtliche Grundlage von Seiten der Politik in Frage gestellt wurde. ))<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>21.02.2019 \/\/ Der Wetterbericht sagt am 3. Tag unseres Aufenthaltes in Sokotra, dass wir eine best\u00e4ndige Nord-Ost-Brise erwarten k\u00f6nnen und dass wir, wenn wir am Eingang zum Roten Meer ankommen voraussichtlich noch etwa ein bis zwei Tage S\u00fcdwind haben werden. Klingt vielversprechend. Ausserdem ist der Ankerplatz im Norden von Sokotra mehr als unbequem geworden. Ein hoher Schwell steht in der Bucht. Kalibu schwankt gnadenlos hin und her, schlimmer als bei schlechtem Wetter auf See. Wir m\u00fcssen alles festzurren. An Schlafen ist nicht zu denken. So bitten wir Ghanim f\u00fcr uns die Papiere fertig zu machen und die Erlaubnis zur Abreise einzuholen. Er bezweifelt erst, dass wir am gleichen Abend nach Einbruch der Dunkelheit abfahren d\u00fcrfen, sieht aber die heftig sich hin und her bewegenden Segelboote und verspricht, sich f\u00fcr uns stark zu machen. Kurz nach Sonnenuntergang kommt er mit dem Okay und unseren P\u00e4ssen. Wir \u00fcberreichen kleine Geschenke f\u00fcr die Ehefrau und die T\u00f6chter und verabschieden etwas wehm\u00fctig. Wir w\u00e4ren gerne l\u00e4nger geblieben.<br \/>\nLadoga ist ebenfalls fertig zum Aufbruch. John nutzt noch mal schnell die gute Telefonverbindung f\u00fcr seine Gesch\u00e4fte und dann kann es losgehen. Wir haben verabredet, erst etwas n\u00f6rdlich von Sokotra Richtung West zu segeln, um dann baldm\u00f6glichst in den IRTC, \u201eden Korridor\u201c, einzufahren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8878-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-5940\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8878-Kopie-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"628\" height=\"838\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8878-Kopie-768x1024.jpg 768w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8878-Kopie-225x300.jpg 225w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8878-Kopie.jpg 1169w\" sizes=\"(max-width: 628px) 100vw, 628px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Spi-segeln im Golf von Aden<\/em><\/span><\/p>\n<p>22.02.2019 \/\/ Der Wind kommt, wie vorhergesagt, mit 10 bis 12 Knoten best\u00e4ndig aus Ost. Wir segeln mit unserem Spinnaker Richtung West. Die Versuchung ist gross, den k\u00fcrzesten Weg einzuschlagen womit wir etwas s\u00fcdlich des Korridors bleiben w\u00fcrden. Am folgenden Mittag sind wir noch 140 Meilen vom Korridor entfernt. Wir schaffen bei durchschnittlich 10 Knoten Wind nur ein bescheidenes Etmal von 129 Meilen. Auch die zweite Nacht verl\u00e4uft ereignislos, der Wind weht m\u00e4ssig, der Himmel ist sternenklar, die See nur leicht bewegt, den Spi haben wir gleich oben gelassen. Kurz vor Sonnenaufgang k\u00f6nnen wir die ersten Frachter, die im Korridor fahren auf unserem AIS sehen. Sie sind ca. 15-17 Meilen von uns entfernt und kommen in Gruppen daher. Gegen 10:30 Uhr am 23.02. funkt John uns dann unvermittelt an, er segelt eine halbe Meile neben uns und ist offensichtlich nerv\u00f6s. Hinter uns hat er ein lokales Frachtschiff, eine sogenannte Dhau (Dhow) entdeckt, das 4 Skiffs (hoch motorisierte kleine Beiboote) hinter sich her zieht. Es hat seinen Kurs ge\u00e4ndert und f\u00e4hrt nun in unsere Richtung. Beides, die 4 Skiffs im Schlepptau und die Tatsache, dass das Boot auf uns zu h\u00e4lt sind alarmierend. John schl\u00e4gt vor, sofort den Motor zu starten, die Fahrtgeschwindigkeit zu erh\u00f6hen und auf k\u00fcrzestem Weg Richtung Korridor zu fahren. F\u00fcr uns beginnt damit der vorher abgestimmt \u201eNotfallplan\u201c. Das Satellitentelefon wird gestartet, ich suche die UKMTO-Notfallnummern <em>(( UK Royal Navy\u2019s Maritime Trade Organisation &#8211; <a href=\"https:\/\/www.ukmto.org\/indian-ocean\/about-indian-ocean\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">UKMTO about &#8211;<\/a>, sie leitet eine st\u00e4ndig bemannte Wachstation, die in Notf\u00e4llen m\u00f6gliche Eins\u00e4tze der Collision Forces in die Wege leitet )) <\/em>raus, Thomas versucht die Distanz zwischen potentiellem Piraten und uns so gross wie m\u00f6glich zu halten, die Kinder beobachten erst mal nur. Aber, f\u00fcr die weibliche Besatzung ist die erste Ma\u00dfnahme, raus aus den legeren Bordklamotten, rein in ad\u00e4quate, \u201emoslemtaugliche\u201c Kleidung. Die liegt bereit. Ich rufe die UKMTO Wache (in Seglerkreisen auch Watchkeepers genannt) in London an, gebe unsere Position, unser Kennzeichen und die IMO Nummer durch. Die Satellitenverbindung bricht ab. Erneuter Anruf, ein anderer Mitarbeiter, nochmals die Position und die Ansage, dass wir uns bedroht f\u00fchlen. Die Satellitenverbindung ist unzuverl\u00e4ssig und bricht immer wieder ab. London ruft mehrmals zur\u00fcck. Unterdessen beobachtet Thomas die Man\u00f6ver des Dhaus. Wir \u201emotorsegeln&#8220; mit 8 Knoten Richtung Korridor. Unsere Verfolger k\u00f6nnen den Abstand zu uns nicht verringern. Auf dem Radar sehen wir drei weitere Schiffe ohne AIS Identifikation. Nach etwa einer knappen Viertelstunde dreht die Dhau ab, um parallel zum Korridor seine Fahrt fortzusetzen. Wir teilen dies der Einsatzzentrale in London mit und denken, die Gefahr ist damit erst einmal abgewendet. Etwas Erleichterung macht sich breit. Nur wenige Minuten sp\u00e4ter kreist ein japanisches Kriegsflugzeug \u00fcber uns und nimmt Funkkontakt auf. Wir erl\u00e4utern die Situation. Sie nehmen unsere Daten auf und bitten uns, wachsam zu sein und ggf. das n\u00e4chste Kriegsschiff zu kontaktieren. Die Dhau ist noch zu sehen, verschwindet aber bald Richtung Nord-Ost. Schlussendlich k\u00f6nnen wir nicht sagen, was deren Intention war, war es nur Neugierde? \u2026 unwahrscheinlich. Jedenfalls hat das schnelle Erscheinen eines Kriegsflugzeuges sicher f\u00fcr klare Verh\u00e4ltnisse gesorgt.<br \/>\nIm Anschluss an diese Episode sind wir doppelt vorsichtig, suchen den Horizont in k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden akribisch mit dem Fernglas ab. Die Schw\u00e4rme von Transportschiffen, die auf beiden Seiten an uns vorbeiziehen, geben einem so etwas wie ein gutes Gef\u00fchl. Wenn dann eine Weile keine Schiffe zu sehen sind, werden wir jedoch regelm\u00e4ssig nerv\u00f6s.<\/p>\n<p>Nach 565 Meilen und keinen weiteren verd\u00e4chtigen Vorkommnissen, erreichen wir Punkt A, den westlichen Eintrittspunkt des IRTC. John wollte von hier eigentlich weiter Richtung Djibouti, ein Besatzungsmitglied muss zur\u00fcck nach Russland. Das Wetterfenster scheint aber ideal f\u00fcr die Durchfahrt durch Bab al-Mandab. Thomas findet raus, dass man auch von Massawa in Eritrea einfach einen Flughafen\u00a0 erreichen kann. John folgt uns Richtung Rotes Meer.<\/p>\n<p>Jetzt\u00a0 wird es nochmals richtig spannend. Wir entfernen uns zwar von dem in einem rechtlosen Zustand befindlichen Somalia, aber das Land r\u00fcckt auf beiden Seiten n\u00e4her. Und wie der Zustand im Jemen zur Zeit wirklich ist, ist unklar. Es gibt pl\u00f6tzlich Skiffs, die mit grosser Besatzungszahl die Vehrkehrsstrennungszone kreuzen. Wahrscheinlich so eine Art Personenf\u00e4hre oder doch Menschenschleuser? Es gibt kleinere Fischerboote, die uns nahe kommen, Zeichen machen, die wir als die Frage nach Wasser interpretieren. Es ist keine gute Idee zu stoppen, es tut uns ein bisschen Leid, aber das Vertrauen ist gering. Dann h\u00f6ren wir den ersten Funkspruch von den grossen Frachtern, eine Warnung, dass das Schiff seine Hauptmaschine abschalten muss und man\u00f6vrierunf\u00e4hig ist. Beides finden wir ungew\u00f6hnlich, die Tatsache, dass dies der erste Funkspruch \u00fcberhaupt ist, den wir zu h\u00f6ren bekommen. Offensichtlich gibt es so was wie eine Vereinbarung \u00fcber Funkstille im Golf von Aden. Die einzigen Spr\u00fcche, die wir bislang zu h\u00f6ren bekamen, waren Funkdurchsagen von patrouillierenden Kriegsflugzeugen, die darum baten, die \u201eWatchkeepers\u201c oder ein nahegelegnes Kriegsschiff zu informieren, sollten wir etwas ungew\u00f6hnliches beobachten. Und zweitens die Erkenntnis, dass auch Supercontainerschiffe von \u00fcber 400m L\u00e4nge Motorprobleme haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Wind hat uns auf den letzten Meilen im Golf von Aden verlassen. Wir motoren und warten auf die n\u00e4chste frische Brise aus S\u00fcd, die uns ins Rote Meer begleiten soll. Bislang war der Wetterbericht zuverl\u00e4ssig und auch heute setzt ein leichter S\u00fcdwind wie vorhergesagt am fr\u00fchen Nachmittag ein, wir haben den 26.02.2019.<br \/>\nIn der kommenden Nacht soll der Wind dann auf 25-30 Knoten hoch gehen. Wir verbringen daher den Tag mit Vorbereitungen. Die Kinder klarieren das Schiff und ich bereite eine Suppe, Brot und Kuchen vor. Thomas f\u00e4ngt einen 6 kg schweren Mahi-Mahi. John f\u00e4ngt kurz darauf ebenfalls einen Mahi-Mahi und weil es so gut lief, einen weiteren Mahi-Mahi. Diese werden auf russische Art konserviert, d.h. einfach luftgetrocknet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8897-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-5938 alignnone\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8897-Kopie-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"628\" height=\"838\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8897-Kopie-768x1024.jpg 768w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8897-Kopie-225x300.jpg 225w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8897-Kopie.jpg 1169w\" sizes=\"(max-width: 628px) 100vw, 628px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Kleine Besegelung f\u00fcr starke Winde<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die Meerenge Bab al-Mandab durchsegeln wir am Abend im Osten, dicht am Rand des Verkehrstrennungsgebietes. Ziemlich eng alles, aber wir sind ja klein. Der Wind frischt auf und damit nimmt unsere Geschwindigkeit stetig zu. Das ist gut so! Denn wir k\u00f6nnen bzw. d\u00fcrfen im S\u00fcden von Eritrea nicht stoppen und wollen Meilen machen bevor der Wind auf Nord dreht. Die Anrainerstaaten befinden sich alle irgendwie in einer Fehde untereinander, wenn nicht sowieso gerade ein Krieg ausgebrochen ist und so sind alle grenznahen Gebiete sensibel, hoch bewacht und zum freien Ankern definitiv nicht zugelassen. Wegen des B\u00fcrgerkriegs im Jemen kommt f\u00fcr uns nur die eritreische K\u00fcste f\u00fcr den n\u00e4chsten Stopp in Frage und dort m\u00fcssen wir bis etwa in die H\u00f6he von Massawa hochsegeln, eine historisch wichtige Handelsstation auf halber Strecke zum Sudan gelegen. Wobei, das vorgelagerte Dahlak Archipel, ein Tauchparadies und Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt, wiederum ohne vorher eingeholte Genehmigung eine \u201eno-go\u201c Area ist.<br \/>\n<em>(( In der Geschichte wurde das Archipel vom Jemen in Besitz genommen, danach kamen die Osmanen, dann die Italiener. Die Russen unterhielten auf einer der Inseln bis in die 90iger Jahre eine Milit\u00e4rstation, die Israelis sollen angeblich heute noch eine kleine Aufkl\u00e4rungsstation dort haben, direkt \u00f6stlich des Archipels wurde 2017 ein Piratenmutterschiff unter jemenitischer Flagge gesichtet, das \u00fcber Monate dort vor Anker lag.\u00a0 Heute gibt es eine eritreische Milit\u00e4rstation auf der Hauptinsel. John erz\u00e4hlt immer wieder die Geschichte eines russischen Segler, der in 2018 dort erwischt wurde und \u00fcber einen Monat in Massawa festgehalten wurde. In 2019 soll das gleiche Schicksal ein weiteres russisches Segelboot getroffen haben. ))<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8926-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-5937 alignnone\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8926-Kopie-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"628\" height=\"471\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8926-Kopie-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8926-Kopie-300x225.jpg 300w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8926-Kopie-768x576.jpg 768w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG_8926-Kopie.jpg 1559w\" sizes=\"(max-width: 628px) 100vw, 628px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff0000;\">Wir hatten schon deutlich h\u00f6here Wellen, im Norden von Neuseeland zum Beispiel, aber diese hier waren besonders bissig<\/span><\/em><\/p>\n<p>27.02.2019 \/\/ Nach Mitternacht zeigt unser Windmessger\u00e4t bereits 25-30 Knoten, an diesem Punkt h\u00f6rt unser Ger\u00e4t in der Regel auf zu arbeiten. Besser so, die Ladoga versichert uns sp\u00e4ter, dass wir an jenem Morgen durchgehend 40 Knoten Wind hatten. Die Wellenberge t\u00fcrmten sich hinter Kalibu meterhoch auf. Die gesamte Besatzung verkriecht sich im Salon. Erst am Nachmittag bessert sich die Situation etwas, um dann abends kurz vor 10 Uhr innerhalb von wenigen Minuten von S\u00fcd auf Nord zu drehen und rapide auf 22 Knoten anzusteigen. Der erste m\u00f6gliche Ankerplatz, s\u00fcdlich von Derebs asa Deset liegt querab. Den nehmen wir. Welche \u00dcberraschung Catalyst ist schon da \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Bab al-Mandab hat uns keine Tr\u00e4nen gebracht, stattdessen wurden wir quasi mit D\u00fcsenantrieb hineingesogen ins Rote Meer und es bescherte uns ein Rekordetmal von 176 Meilen in 24 Stunden. Sowie f\u00fcr mich die fr\u00fche Erkenntnis, dass das Rote Meer sicherlich nicht mein Freund wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/P1070466-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-5952\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/P1070466-Kopie-1024x577.jpg\" alt=\"\" width=\"628\" height=\"354\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/P1070466-Kopie-1024x577.jpg 1024w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/P1070466-Kopie-300x169.jpg 300w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/P1070466-Kopie-768x433.jpg 768w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/P1070466-Kopie.jpg 1559w\" sizes=\"(max-width: 628px) 100vw, 628px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff0000;\">Derebs asa Deset, unser erster Ankerplatz im Roten Meer, immerhin durch mehrere Riffs gesch\u00fctz vor Wellen<\/span><\/em><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21.02.2019 \/\/\/\/ Wenn das Adrenalin hoch geht und man danach quasi mit D\u00fcsenantrieb durch das \u201eTor der Tr\u00e4nen\u201c gesp\u00fclt wird. Nach dem \u201eGolf der Schmerzen\u201c (Golfo de Penas, Chile) nun das \u201eTor der Tr\u00e4nen\u201c (Bab al-Mandab). F\u00fcr beide gilt, der Name ist Programm. 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