{"id":4996,"date":"2018-07-02T02:26:54","date_gmt":"2018-07-02T02:26:54","guid":{"rendered":"http:\/\/test.sykalibu.de\/?p=4996"},"modified":"2018-07-02T04:31:06","modified_gmt":"2018-07-02T02:31:06","slug":"port-moresby","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/test.sykalibu.de\/?p=4996","title":{"rendered":"Port Moresby"},"content":{"rendered":"<p>Port Moresby, die Hauptstadt von Papua Neuguinea, hat keinen sonderlich guten Ruf und ist bei Seglern nicht beliebt. Zu hohe Kriminalit\u00e4t und eine instabile Regierung. Wir fahren trotzdem dorthin, weil wir in einer indonesischen Botschaft ein Visa beantragen m\u00fcssen und uns die Zollvorschriften der Australier geh\u00f6rig auf den Nerv gehen. Im Royal Papua Yacht Club wird man bestimmt sicher liegen, denken wir. So ist es auch. Der Club wird l\u00fcckenlos \u00fcberwacht und er wirbt sogar damit, der sicherste Platz in Port Moresby zu sein. Auf jeden Fall ist die grossz\u00fcgige Clubterrasse der sch\u00f6nste Ort hier, finden wir, denn die &#8222;Stadt&#8220; ist eigentlich nicht viel mehr als eine lose Ansammlung von utilit\u00e4ren B\u00fcro- oder Industriegeb\u00e4uden, dazwischen ein paar teure Hotels, ein Parlamentsgeb\u00e4ude, ein paar traditionelle M\u00e4rkte, mehr oder weniger wohlhabende Wohnviertel und viele Brachfl\u00e4chen. So was wie ein Stadtzentrum suchen wir vergebens. Das mag sich \u00e4ndern, sobald das gross angelegte Infrastrukturprojekt am &#8222;alten&#8220; Hafen abgeschlossen ist. Im November findet hier eine grosse Konferenz des asiatischen Wirtschaftsraums, der APEC Summit statt. Eine der Fragen ist, ob der Flughafen f\u00fcr die Airforce One geeignet  ist. Alle Hafenfunktionen werden nach Westen verlagert und stattdessen entsteht, wenn nicht vorher das Geld ausgeht, eine moderne Uferpromenade mit schicken B\u00fcro-und Apartmenth\u00e4usern. Immerhin geht es z\u00fcgig voran, chinesische Firmen dominieren die Baustellen. Am Samstag sind wir hier angekommen, am darauffolgenden Montag stehen wir p\u00fcnktlich zur \u00d6ffnung vor der indonesischen Botschaft, um festzustellen, dass diese wegen eines Feiertages f\u00fcr 2 Wochen geschlossen ist. Mag sein, es gibt so was wie einen Notdienst, f\u00fcr unsere Visaangelegenheit jedenfalls nicht. Zum Gl\u00fcck sind schon 10 Urlaubstage rum und am Donnerstag k\u00f6nnen wir wieder kommen. Bis dahin haben wir dann auch alle Papiere, den Cruising Permit, Passfotos, Sponsorenbest\u00e4tigung und -einladung zusammen. Alles geht reibungslos. Dienstagnachmittag ist das Visa abholbereit und wir k\u00f6nnen weiter segeln. Auch wenn die Stadt wenig zu bieten hat, bleibt uns Port Moresby in angenehmer Erinnerung, dies in erster Linie wegen der freundlichen und zuvorkommenden Menschen. Vor allem wegen Brian, der hier eine gr\u00f6ssere Immobilienagentur leitet, uns seine Projekte zeigte, mehrmals mit uns essen ging und uns mit einem seiner Firmenwagen durch die Stadt kutschieren liess. Denn, auch in ein Taxi steigt man hier als Fremder besser nicht einfach so. Zu gross scheint die Gefahr ausgeraubt oder gar entf\u00fchrt zu werden. Brian ist schon achtzig Jahre alt, geb\u00fcrtiger Australier und seit der Unabh\u00e4ngigkeit 1976 stolzer B\u00fcrger Papua Neuguineas. Er erz\u00e4hlte uns, der Grund f\u00fcr die schnelle und schlecht vorbereitete Unabh\u00e4ngigkeit PNG&#8217;s war die Angst der Australier, dass die indigene Bev\u00f6lkerung ihren Anspruch auf einen australischen Pass realisiert. Wir finden es schade, dass ein so sch\u00f6nes Land mit ausreichend Rohstoffen, unter anderem Gold, Kupfer und \u00d6l, von inneren Machtk\u00e4mpfen und einer korrupten Regierung gehindert wird, seine Ressourcen f\u00fcr die eigene Entwicklung zu nutzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Port Moresby, die Hauptstadt von Papua Neuguinea, hat keinen sonderlich guten Ruf und ist bei Seglern nicht beliebt. Zu hohe Kriminalit\u00e4t und eine instabile Regierung. Wir fahren trotzdem dorthin, weil wir in einer indonesischen Botschaft ein Visa beantragen m\u00fcssen und uns die Zollvorschriften der Australier geh\u00f6rig auf den Nerv gehen. 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