{"id":4918,"date":"2018-06-06T23:00:39","date_gmt":"2018-06-06T23:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/test.sykalibu.de\/?p=4918"},"modified":"2018-06-07T01:12:18","modified_gmt":"2018-06-06T23:12:18","slug":"holprige-korallensee","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/test.sykalibu.de\/?p=4918","title":{"rendered":"Holprige Korallensee"},"content":{"rendered":"<p>05.06.2018 \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ What a bugger &#8211; was f\u00fcr ein Sch&#8230; Wir sind auf dem Weg von Santo, Vanuatu zum Lousiaden Archipel, Papua New Guinea, durchqueren die Korallensee, die ihrem ungem\u00fctlichen Ruf gerecht wird. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Schon das Ausklarieren gestaltete sich holprig. Obwohl Thomas tags zuvor bereits beim Zoll (Customs) war und schon alle Papiere ausgef\u00fcllt hatte, war er erneut den ganzen Vormittag unterwegs. An diesem Dienstag traf er erst beim zweiten Anlauf den Mitarbeiter der Immigration an, der ist n\u00e4mlich Montags immer am Flughafen t\u00e4tig. Der zweite Besuch beim Hafenmeister war hingegen immer noch nicht erfolgreich. An beiden Tagen niemand da! Die f\u00e4lligen 78 $ Hafengeb\u00fchr wurden daher auf komplizierten langwierigen Wegen an anderer Stelle hinterlegt. Diese 78 $ sind \u00fcbrigens f\u00fcr die Unterhaltung der Hafenanlagen bestimmt \ud83d\ude09 Als ob wir je irgendwo in Vanuatu einen Anlegesteg f\u00fcr Sportboote gesehen, geschweige denn genutzt h\u00e4tten. Mit einer kleinen Mooringboje vor dem Customs Office w\u00e4ren wir schon vollends zufrieden zu stellen, aber stattdessen mussten wir uns auch hier mit einem rolligen und zugigen Ankerplatz  fernab vom &#8222;Hafen&#8220; begn\u00fcgen. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Jedenfalls kam Thomas erst gegen Mittag zur\u00fcck, hatte Kopfschmerzen und verzog sich  mit einer Tablette in der Koje. Mit einem kranken Skipper will man nicht in See stechen, aber noch eine Nacht auf diesem Ankerplatz kam auch nicht in Frage. Also wurde alles sicher verstaut, das Dinghy auf dem Vordeck verpackt und verschn\u00fcrt und nach etwas Schlaf war Thomas dann doch wieder einsatzbereit. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Anker auf und mit einer leichten Brise aus S\u00fcd-Ost glitt Kalibu Richtung West. Zo\u00eb servierte uns ihren sehr gelungenen Schneckenkuchen zum Nachmittagskaffee. Kaum hatten wir den Kanal zwischen Santo und der vorgelagerten Insel Aore verlassen, trafen wir auf ausgepr\u00e4gte Eddies, die einen regelrechten Hexenkessel bildeten. Inzwischen hatte der Wind aufgefrischt, so dass Kalibu diese unter Gross und Yankee schnell passierte. Aber kaum waren wir aus der Abdeckung der n\u00e4chsten Insel Malo heraus, da begr\u00fcsste uns eine recht ruppige See. Ein Blick auf die Wettervorhersage offenbarte, in der nicht allzu weit entfernten Tasmansee stand eine 5 Meter hohe Welle, die sich als ausgepr\u00e4gter Schwell hier oben immer noch deutlich bemerkbar machte. Damit nicht genug, sie wurde von der steilen S\u00fcdk\u00fcste Santos reflektiert und resultierte in einer sehr konfusen steilen See, die Kalibu wild hin und her warf. Das S\u00fcd-Kapp der Insel war noch ganze  10 Meilen entfernt. Kaum verwunderlich, mit Ausnahme von Thomas, wurden alle im nu seekrank. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Tag 2 &#8211; die See war nach wie vor grob und es wehte mit 7 Beaufort aus S\u00fcd-Ost. Unser Klo war verstopft. Warum nicht 24 Stunden fr\u00fcher? Thomas f\u00fchlte sich jedenfalls stabil genug, um das Problem gleich in Angriff zu nehmen, noch in der Hoffnung es w\u00e4re mit dem Entkalken der Pumpe getan. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Tag 3 &#8211; das Wetter unver\u00e4ndert, beim Mittagessen landeten Birgits Nudeln mit Schwung auf ihren Beinen, ganz sch\u00f6n heiss und ganz sch\u00f6n wackelig, und leider war es mit dem Reinigen der Pumpe auch nicht getan, der Schlauch war ebenfalls mit Kalkablagerungen zugesetzt. Der &#8222;Lieblingsjob&#8220; eines jeden Fahrtenseglers. Wir nehmen uns vor, den Schlauch in Zukunft j\u00e4hrlich zu wechseln, ungesehen! Wenigstens beruhigte sich die See gegen Abend deutlich. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Tag 4 &#8211; Klack, klack, klack &#8230; das Klopfen des Autopiloten ist wieder da. Es ist regelrecht am eigenen K\u00f6rper sp\u00fcrbar und es f\u00fchlt sich nicht gut an. Die Suche nach der Ursache gestaltet sich allerdings schwierig. Der hydraulische Arm des Autopiloten ist n\u00e4mlich in einer quaderf\u00f6rmigen Blechkiste verborgen. Die wiederum ist an der inneren Seitenwand der Sitzbank angeschraubt. Und das Einzige was wir von aussen erkennen k\u00f6nnen, ist ein Nachgeben dieser Seitenwand, bei jedem Ausschlag des Autopiloten. Wir wissen, die Basis des hydraulischen Arms ist auf dem Boden dieser, aus 3mm Alublech bestehenden Kiste festgeschraubt. Erst bei genauerem Hinsehen &#8211; Thomas steckt den Kopf in die Backskiste w\u00e4hrend die n\u00e4chste Welle anrollt und untersucht das ganze live von unten &#8211; stellt er fest, der Boden der Blechbox bewegt sich im Rhythmus der Wellen, auf und ab. Damit nicht genug, dieser Boden ist jeweils zwischen den beiden Befestigungsbolzen quer durchgerissen, als ob es sich um ein St\u00fcck Pappe handeln w\u00fcrde. Walk, walk, &#8230; so viel zum Thema Materialeigenschaften von Aluminium und Erinnerung an Verformungen. Thomas schient die Kiste mit Holz, Schraubzwingen und mehreren Kofferb\u00e4ndern, so gut es geht. Wir hoffen, dass es vorerst zusammenh\u00e4lt. Wenn nicht, m\u00fcssen Zo\u00eb und Leo schnell zu Steuerfrau und -mann ausgebildet werden. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Tag 5 &#8211; es regnet, aber zum Gl\u00fcck nur kurz. Die Wettervorhersage sah auf der direkten Route f\u00fcr die ganze \u00dcberfahrt immer wieder heftigen Niederschlag vorher, vor allem \u00fcber den etwas n\u00f6rdlich gelegenen Salomonen Inseln. Wir sind nicht aus Zucker, aber Regenschauern bedeutet meist Unbest\u00e4ndigkeit, irgendwas zwischen Windstille und st\u00fcrmischem Wind. Segel rein, Segel raus, und wieder rein und raus, usw. &#8230; Das wollten wir uns nicht antun und haben uns deswegen f\u00fcr einen kleinen Umweg, einen s\u00fcdlichen Bogen entlang der angrenzenden Starkwindzone entschieden. Bis jetzt erfolgreich. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Tag 6 &#8211; Petri Dank. Nachdem Zo\u00eb in ihrer Wache das erste Schiff auf der gesamten \u00dcberfahrt, ein Gastransporter, ersp\u00e4ht, fangen wir einen grossen Fisch, einen Great Barrakuda, ein rosser gefr\u00e4ssiger Genosse, der aber an der Angel erstaunlich wenig Kampfgeist entwickelt. Im Vergleich dazu setzt z.B. ein MahiMahi, von denen uns in der Vergangenheit schon so manche von der Angel gesprungen sind, ungeahnte Kr\u00e4fte frei. Gerade wenn man denkt, der hat schon aufgegeben, befreit er sich dann doch noch vom Haken. Nicht so der Great Barrakuda und so landet eine Portion von ihm zum Mittagessen auf unserem Teller. Der Rest im K\u00fchlschrank. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Tag 7 &#8211; unheimliche Begegnung der dritten Art. Leonard ersp\u00e4ht w\u00e4hrend seiner Wache einen Fischtrawler, der entlang des Aussenriffs des Lousiaden Archipels seine Runde macht. Fischtrawler im Meer mag f\u00fcr Aussenstehende normal erscheinen, aber wir sind \u00fcberrascht und alarmiert. Erstens gibt es keine so grossen Fischtrawler in den Lousiaden und zweitens w\u00fcrden die, wenn es sie denn g\u00e4be, uns nicht mit ihrer Flutlichtanlage anleuchten und aussp\u00e4hen. So best\u00e4tigt sich dann Tags drauf auch unsere Vermutung nach Gespr\u00e4chen mit den Einheimischen. Der Fischtrawler war illegal unterwegs, hat fremde Hoheitsgebiete nachts ausgepl\u00fcndert, weil es hier keine Staatsgewalt gibt, die dies verhindern k\u00f6nnte. Leider keine Ausnahme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>05.06.2018 \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ What a bugger &#8211; was f\u00fcr ein Sch&#8230; Wir sind auf dem Weg von Santo, Vanuatu zum Lousiaden Archipel, Papua New Guinea, durchqueren die Korallensee, die ihrem ungem\u00fctlichen Ruf gerecht wird. \/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/ Schon das Ausklarieren gestaltete sich holprig. 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