{"id":458,"date":"2015-01-25T17:07:31","date_gmt":"2015-01-25T15:07:31","guid":{"rendered":"http:\/\/test.sykalibu.de\/?p=458"},"modified":"2015-01-25T17:18:23","modified_gmt":"2015-01-25T15:18:23","slug":"richtung-kap-verden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/test.sykalibu.de\/?p=458","title":{"rendered":"Richtung Kapverdische Inseln"},"content":{"rendered":"<p>15.01.2015<\/p>\n<p>Ein kleiner Vorgeschmack auf das was noch kommen wird!<\/p>\n<p>Wir machen heute klar Schiff. Die letzten Vorbereitungen und Kontrollg\u00e4nge (auch auf den Mast ganz nach oben) und am Nachmittag werfen wir die Leinen los mit Ziel Capo Verde.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>La Restinga liegt in der sogenannten \u201eacceleration zone\u201c von El Hierro, d.h. hier ist die Windst\u00e4rke in der Regel 10 Knoten h\u00f6her, als die allgemein vorherrschende. Gestern habe ich im Hafen 40 Knoten gemessen. (F\u00fcr alle Nichtsegler: 40 ist ein st\u00fcrmischer Wind und das obere Ende von Windst\u00e4rke 8. Ab 41 Knoten beginnt Sturm.) So ist es nicht verwunderlich, dass wir heute mit 20 &#8211; 22 Knoten Fahrtwind die Insel schnell im Norden liegen lassen (Nochmals f\u00fcr die Nichtsegler: bei achterlichem Wind ist der wahre Wind meist rund 5 Knoten st\u00e4rker.) Allein die Yankee bringt Kalibu mit 7 Knoten\/h voran.<br \/>\nSchon bald t\u00fcrmen sich die ersten ungebremsten Atlantikwellen auf und wir stellen uns auf einen unruhigen Segelschlag ein. Die GRIB-files versprechen Wellen zwischen 3.6 und 3.8 Meter. In weiser Voraussicht habe ich mehrere Malzeiten vorgekocht. Die Wellen kommen von hinten und Kalibu rollt unangenehm von einer Seite zur anderen.<\/p>\n<p>16.01.2015<\/p>\n<p>Seit langem mal wieder eine &#8222;durchsegelte&#8220; Nacht.<\/p>\n<p>Was das Wachsystem angeht haben wir nicht so sehr viel experimentiert, sondern gleich mit 4 h begonnen. Das passt ganz gut zu unserem Biorhythmus. Nach dem Abendessen \u00fcbernimmt Thomas die erste Schicht, so bis ca. 1 Uhr nachts. Ich mache dann die 2. bis 5 Uhr morgens, Thomas bis 9, ich bis 12. Der Nachmittag ist flexibel, weil eh jeder wach ist. Mittagessen und Abendessen sind immer gemeinsam. Das Fr\u00fchst\u00fcck macht sich jeder wie er m\u00f6chte. Die Kinder fr\u00fchst\u00fccken h\u00e4ufig gegen 9 mit mir.<br \/>\nDieses System funktioniert nat\u00fcrlich nur, wenn wir nicht von Hand steuern. Bei Handsteuerung schaffe ich nicht viel mehr als 2 Stunden. Thomas ist ausdauernder.<\/p>\n<p>Wir haben fast Neumond und einen unbew\u00f6lkten Himmel. Die Milchstrasse zeichnet sich deutlich ab. Auch Orion und nat\u00fcrlich kleiner und grosser Wagen sind da. Immer wieder faszinierend wie viele Sterne am Nachthimmel auftauchen, die man in Berlin nicht mal erahnen kann.<\/p>\n<p>Der Tag verl\u00e4uft ruhig. Wir machen bei Beaufort 4 von achtern nur noch 5 bis 6 Knoten Fahrt. Versuchen es mal mit zwei Vorsegeln, mal mit Vorsegel und Gro\u00df, mal nur mit der Yankee \u2026<br \/>\nAm Ende stellen wir fest, allein die Yankee reicht aus. Dar\u00fcber hinaus mehr qm Segelfl\u00e4che bringen nicht mehr Fahrt. Die Wellen sind zu hoch und durch das st\u00e4ndige Rollen des Bootes fallen die Segel entweder ein oder verdecken sich gegenseitig.<\/p>\n<p>Gegen Abend frischt der Wind, so wie es die GRIB-files vorhergesagt haben, auf.<\/p>\n<p>17.01.2015<br \/>\nDas sind Wellen!<\/p>\n<p>Nicht nur der Wind hat aufgefrischt. Um die 25 Knoten Fahrtwind bzw. rund 30 Knoten wahrer Wind. Auch die Wellen nehmen beachtliche Ausmasse an. Ab Mittag haben wir irgendwas zwischen 3 und 4 Metern erreicht. Hier eine pr\u00e4zise Aussage zu machen, ist fast unm\u00f6glich. Leider habe ich keine wasserdichte Kamera und es gibt keine Fotos davon. Immer wieder kommt Gischt \u00fcber und es findet auch mal die ein oder andere Welle ihren Weg in das Cockpit. Ich muss mir wohl eine wasserdichte Box f\u00fcr die Kamera kaufen. Einen Vorteil hat es, das Rollen des Bootes ist nicht mehr ganz so unangenehm. Daf\u00fcr wird die Nacht aber kalt! Kaum zu glauben, dass wir nur 200 Meilen von der Westafrikanischen K\u00fcste entfernt sind.<\/p>\n<p>Heute sehen wir das zweite Schiff auf dieser eher einsamen Passage. Das erste tauchte in der Nacht auf, verfolgte uns eine Weile, um dann einen anderen Kurs einzuschlagen. Zoe m\u00f6chte, dass wir Funkkontakt aufnehmen. Wir erfahren, es sind Briten, die von Santa Cruz, Teneriffa nach Grenada, Karibik segeln. Wir w\u00fcnschen uns eine gute Reise.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150118_P1110591.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-461\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150118_P1110591-300x169.jpg\" alt=\"20150118_P1110591\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150118_P1110591-300x169.jpg 300w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150118_P1110591-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150118_P1110591.jpg 1417w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>18.01.2015<br \/>\nNoch ein bew\u00f6lkter Tag und viele Delphine.<\/p>\n<p>Die Nacht ist kalt, mondlos und dunkel. Der Wind kommt unver\u00e4ndert aus NO und nimmt im Laufe des Tages ab, um gegen Abend wieder aufzufrischen. Die Wellen sind immer noch zwischen 3 und 4 Meter hoch. Yankee und Gro\u00df sind gerefft. Am Ende entscheiden wir uns f\u00fcr die ungereffte Yankee. Damit macht Kalibu bequem 6 Knoten Fahrt und das reicht uns.<\/p>\n<p>Gegen Abend besuchen uns viele kleine Delphine. Pl\u00f6tzlich tauchen sie vor uns auf und machen sich einen Spa\u00df daraus ganz knapp vor unserem Bug hin und her zu schwimmen.Vielleicht ist es ja eine Mutprobe? Und sie schwimmen und springen wirklich synchron, mal zwei mal vier \u2026 es macht Freude ihnen zuzusehen. Sie begleiten uns etwa eine halbe Stunde.<\/p>\n<p>19.01.2015<br \/>\nEndlich wieder Sonne.<\/p>\n<p>Die Wolken haben wir hinter uns gelassen und es wird ein sonniger Tag. Die \u00fcblichen 20 Knoten Passatwind stellen sich wieder ein und wir rollen f\u00fcrchterlich von einer zur anderen Seite. Bei den Bedingungen zu kochen ist eine echte Herausforderung. Die Speisekarte ist einfach &#8211; Spagetti mit Tomatensosse, Kartoffelsalat mit W\u00fcrstchen, Minestrone und wieder Spagetti mit Tomatensosse \u2026<br \/>\nAbwechslung bringt Fisch Nr. 3. Wieder eine Goldmakrele (denke ich).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110598.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-462\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110598-300x169.jpg\" alt=\"20150119_P1110598\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110598-300x169.jpg 300w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110598-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110598.jpg 1417w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00a0<a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110599.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-463\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110599-300x169.jpg\" alt=\"20150119_P1110599\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110599-300x169.jpg 300w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110599-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150119_P1110599.jpg 1417w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150120_P1110603.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-464\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150120_P1110603-300x169.jpg\" alt=\"20150120_P1110603\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150120_P1110603-300x169.jpg 300w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150120_P1110603-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150120_P1110603.jpg 1417w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>20.01.2015<br \/>\nWir schaffen es nicht vor Sonnenuntergang.<\/p>\n<p>Der Wind nimmt weiter ab und es ist abzusehen, dass wir es nicht vor Sonnenuntergang in den Hafen von Mindelo schaffen. Wir sind nicht sicher, ob eine Anfahrt bei Nacht gefahrlos m\u00f6glich ist. Unser Pilothandbuch sagt ja, der Trans-Ocean St\u00fctzpunkt r\u00e4t ab.<br \/>\nWir gehen auf Nummer sicher, reduzieren die Segelfl\u00e4che, \u00fcben auch mal Beidrehen und stellen uns auf eine weitere \u201erollende\u201c Nacht ein.<br \/>\nAm Ende bereuen wir die Entscheidung. Die Schiffsbewegungen waren bei der geringen Geschwindigkeit mehr als unangenehm und am Morgen stellt sich heraus, der Hafen ist problemlos anzulaufen. Wir werfen auf 5 Meter \u00fcber Sandgrund Anker und fr\u00fchst\u00fccken erst einmal in aller Ruhe.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150121_P1110608.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-465\" src=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150121_P1110608-300x169.jpg\" alt=\"20150121_P1110608\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150121_P1110608-300x169.jpg 300w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150121_P1110608-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/test.sykalibu.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/20150121_P1110608.jpg 1417w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15.01.2015 Ein kleiner Vorgeschmack auf das was noch kommen wird! Wir machen heute klar Schiff. 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